Bohne & Anbau
Black Honey
Black Honey ist eine Aufbereitungsmethode für Kaffeekirschen, bei der die Bohnen mit dem größten Teil des Fruchtfleisches und der gesamten Schleimschicht (Mucilage) getrocknet werden. Es ist die intensivste Variante der Honey-Prozessierung — zwischen Red Honey und dem vollständig fermentierten Natural. Das Ergebnis ist ein Kaffee mit ausgeprägter Süße, voller Körper und fruchtiger Tiefe.
Bei der Honey-Verarbeitung wird die Kaffeefrucht nach der Ernte gepulpt — also das äußere Fruchtfleisch entfernt — aber nicht gewaschen. Die klebrige Schleimschicht, die Mucilage, bleibt ganz oder teilweise auf der Bohne, während sie auf Raised Beds oder Patios trocknet. Beim Black Honey bleibt diese Schicht vollständig erhalten. Das macht die Trocknung aufwendiger und das Ergebnis deutlich intensiver als bei Yellow oder Red Honey.
Wie der Prozess funktioniert
Die geernteten Kirschen werden zunächst sortiert und gewichtet — schwimmende oder unreife Früchte fliegen raus. Dann kommt der Pulper, der die Außenschale entfernt. Was übrig bleibt, ist die entkernte Bohne mit nahezu vollständiger Mucilage-Schicht. Diese Bohnen werden in dünnen Schichten ausgelegt und täglich mehrfach gewendet, damit sie gleichmäßig trocknen und nicht schimmeln. Die Trocknungszeit liegt je nach Klima bei zwei bis vier Wochen.
- Mucilage-Anteil: nahezu 100 % erhalten
- Trocknungszeit: 2–4 Wochen, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- Wendehäufigkeit: mehrmals täglich, besonders in den ersten Tagen
- Herkunft: vor allem Costa Rica, El Salvador, zunehmend auch Äthiopien und Kolumbien
Was im Tassenprofil steckt
Black Honey schmeckt reifer und schwerer als gewaschene Kaffees. Die Fruchtigkeit ist weniger hell und zitrusartig, dafür eher Richtung dunkle Beeren, Pflaume oder Tamarinde. Der Körper ist voll, die Süße hoch, die Säure moderat. Wer gewaschene Kaffees als Benchmark kennt, wird den Unterschied sofort merken — Black Honey klingt länger nach und fühlt sich dichter an.