Ausstattung

Espressotasse (Demitasse)

Die Espressotasse, auch Demitasse genannt, ist ein kleines, meist dickwandiges Porzellangefäß mit rund 60 bis 90 Millilitern Fassungsvermögen, das die Wärme und Crema eines Espresso länger stabil hält als eine normale Kaffeetasse.

Auch bekannt als: Demitasse, Espresso-Tässchen, Mokkatasse

Was ist eine Espressotasse?

Die Espressotasse ist das kleine, meist bauchige Gefäß, in dem Espresso serviert wird. Im Englischen und zunehmend auch im Deutschen ist dafür der Begriff Demitasse gebräuchlich, abgeleitet aus dem Französischen "demi" (halb) und "tasse" (Tasse) – also wörtlich "halbe Tasse". Der Name bezieht sich darauf, dass sie nur etwa halb so viel fasst wie eine gewöhnliche Kaffeetasse. Historisch geht die kleine Porzellantasse auf die europäische Kaffeekultur des 18. und 19. Jahrhunderts zurück, die wiederum von osmanischen Trinkgefäßen für konzentrierten Kaffee beeinflusst war.

Wie groß ist eine Espressotasse?

Das Fassungsvermögen liegt üblicherweise zwischen 60 und 90 Millilitern, je nach Modell und Hersteller auch etwas darunter oder darüber. Diese Größe ist kein Zufall, sondern folgt der Menge des Getränks selbst:

  • Ein einfacher Espresso (Solo) füllt die Tasse zu etwa 25 bis 30 Millilitern
  • Der Rest des Volumens bleibt bewusst frei, damit sich die Crema entfalten kann, ohne über den Rand zu laufen
  • Für einen Doppio greifen viele Hersteller zu etwas größeren Varianten am oberen Ende der Spanne

Warum dickwandiges Porzellan?

Espressotassen sind fast immer aus dickwandigem Porzellan gefertigt, nicht aus dünnem Feinporzellan wie viele Teetassen. Der Grund liegt in der Physik: Espresso wird mit rund 90 Grad extrahiert, kühlt aber in dünnen Gefäßen binnen Sekunden spürbar ab. Dickes Porzellan speichert Wärme besser und gibt sie langsamer an die Umgebung ab, wodurch der Espresso länger auf Trinktemperatur bleibt. Kühlt der Espresso zu schnell aus, zerfällt die feine Emulsion aus Ölen und Kohlendioxid, die für Mundgefühl und Aroma mitverantwortlich ist. Die dicke Wandung verzögert diesen Effekt spürbar.

Warum wird die Tasse vorgewärmt?

Eine kalte Tasse zieht dem heißen Espresso beim Eingießen sofort Wärme, ein Effekt, der als thermischer Schock bezeichnet wird. Baristas und Espressomaschinen mit integrierter Tassenablage lösen das, indem sie die Tasse vor dem Bezug erwärmen, meist auf der warmen Maschinenoberfläche oder mit heißem Wasser. Wer zu Hause keine solche Ablage hat, kann die Tasse kurz mit heißem Wasser ausspülen und abtrocknen, bevor der Espresso hineinläuft. Das Ergebnis ist ein Getränk, das länger seine Temperatur und Crema hält, statt nach kurzer Zeit lauwarm zu werden.

Espressotasse vs. Cappuccino-Tasse

Beide Tassenarten sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, unterscheiden sich aber deutlich in Zweck und Maßen. Die Espressotasse ist mit 60 bis 90 Millilitern klein und oft recht dickwandig ausgeführt. Die Cappuccino-Tasse dagegen fasst meist 150 bis 180 Milliliter, weil neben dem Espresso auch aufgeschäumte Milch Platz braucht. Ihre Wandung ist teils etwas dünner als bei der klassischen Espressotasse, was sich auf das Trinkgefühl beim Milchschaum auswirkt.