Bohne & Anbau

Excelsa

Excelsa ist eine Kaffeepflanze aus der Liberica-Verwandtschaft, die als hoher, hitzetoleranter Baum wächst und im Handel oft als „vierte Kaffeeart“ neben Arabica, Robusta und Liberica beworben wird, obwohl ihre botanische Einordnung bis heute diskutiert wird.

Auch bekannt als: Coffea liberica var. dewevrei, Coffea excelsa, Coffea dewevrei, Excelsa-Kaffee

Was ist Excelsa?

Excelsa ist eine Kaffeepflanze, die botanisch eng mit Liberica verwandt ist und ursprünglich aus West- und Zentralafrika stammt. Anders als die kompakten Sträucher von Arabica und Robusta wächst Excelsa zu einem stattlichen Baum heran, der mehrere Meter hoch werden kann, mit großen, ledrigen Blättern. Im Handel wird die Bohne meist einfach „Excelsa“ genannt, wissenschaftlich firmiert sie meist unter Coffea liberica var. dewevrei. Wirtschaftlich spielt Excelsa bislang kaum eine Rolle: Der weltweite Anteil an der Kaffeeproduktion liegt im Promillebereich.

Botanische Einordnung: eigene Art oder Variante?

Die Frage, ob Excelsa eine eigenständige Kaffeeart ist, wird in der Fachwelt unterschiedlich beantwortet. Über weite Strecken des 20. Jahrhunderts galt Excelsa als eigene Spezies (Coffea excelsa beziehungsweise Coffea dewevrei), wurde dann aber als Varietät in Coffea liberica eingeordnet. Neuere genomische Untersuchungen, unter anderem aus einer 2025 veröffentlichten Studie mit Beteiligung der Royal Botanic Gardens Kew, sprechen wieder für eine Trennung: Die Daten unterscheiden Coffea liberica, Coffea dewevrei (Excelsa) und Coffea klainei als drei separate Arten mit unterschiedlicher Klimatoleranz. Ein endgültiger taxonomischer Konsens steht aber noch aus.

Anbau und Herkunftsgebiete

Traditionell wird Excelsa vor allem in Südostasien angebaut, insbesondere in Vietnam und auf den Philippinen, wo Bauern die Bäume seit Generationen neben Arabica und Robusta kultivieren. Die Philippinen gelten wegen ihres vulkanischen Terrains als eines der wenigen Länder, in denen alle vier Kaffeearten kommerziell wachsen. Daneben gibt es kleinere, wachsende Anbauflächen:

  • Uganda, wo mittlerweile mehrere hundert Betriebe Excelsa für den Export produzieren
  • Indien, mit vereinzelten Pilotanbauten
  • Südsudan, dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Art

Geschmacksprofil

Excelsa schmeckt anders, als man von einer robusten, hitzetoleranten Pflanze erwarten würde. In heller bis mittlerer Röstung zeigt die Bohne tarte, fruchtige Noten mit einem holzigen, teils an Popcorn erinnernden Unterton. Dunklere Röstungen bringen nussige, schokoladige Aromen mit leichter Süße hervor. Im Vergleich zu Robusta fällt Excelsa deutlich weniger bitter aus, die Säure ist moderater und der Körper mittel bis voll.

Nischenstatus und Klimawandel-Diskussion

Excelsa wird derzeit intensiv als mögliche Antwort auf den Klimawandel diskutiert, weil die Pflanze Hitze und Trockenperioden besser verträgt als Arabica und in manchen Punkten auch besser als Robusta. Landwirte in Uganda berichten von höherer Widerstandsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit gegenüber Robusta. Ob Excelsa deshalb zu einer relevanten Anbaualternative im großen Stil wird, ist offen: Die Anbauflächen sind klein, Verarbeitungsinfrastruktur und Marktzugang fehlen in vielen Regionen noch.