Ausstattung

Kapselmaschine

Die Kapselmaschine bereitet Kaffee aus vorportionierten, versiegelten Kapseln zu, die beim Brühvorgang durchstochen oder aufgeschleudert werden, und liefert damit auf Knopfdruck ein einzelnes Getränk ohne Mahlen oder Dosieren von Hand.

Auch bekannt als: Kapselautomat, Kaffeekapselmaschine, Portionskapselsystem

Was ist eine Kapselmaschine?

Eine Kapselmaschine erzeugt Kaffee aus einer vorportionierten Kapsel, in der Mahlgut und Menge bereits festgelegt sind. Die Maschine durchsticht die Kapsel an einer oder beiden Seiten, presst heißes Wasser hindurch und gibt den fertigen Kaffee direkt in die Tasse aus. Der Nutzer muss weder mahlen noch dosieren noch tampern, das komplette Handling liegt beim Hersteller der Kapsel. Das macht das System schnell und konsistent, nimmt der Zubereitung aber auch jede Möglichkeit zur individuellen Anpassung. Verbreitet sind vor allem Nespresso-kompatible Systeme sowie geschlossene Systeme anderer Hersteller wie Dolce Gusto oder K-fee, die jeweils eigene Kapselformen und Mechaniken verwenden.

Nespresso Original vs. Vertuo: zwei unterschiedliche Druckprinzipien

Nespresso betreibt zwei technisch getrennte Systeme. Original arbeitet mit klassischem Pumpendruck: Wasser mit rund 86 °C wird mit bis zu 19 bar durch die konische Aluminiumkapsel gepresst, die an einer Seite durchstochen und am Auslauf selbst geöffnet wird. Vertuo verzichtet auf diesen Hochdruckaufbau und nutzt stattdessen Centrifusion: Die Kapsel rotiert mit bis zu 7.000 Umdrehungen pro Minute, wodurch Kaffee und Wasser vermischt und die charakteristische, schaumige Crema erzeugt werden. Die beiden Kapselformen sind nicht austauschbar, Vertuo-Kapseln tragen zusätzlich einen Barcode-Rand, den die Maschine zur Steuerung von Wassermenge und Brühzeit ausliest. Wer sich für ein System entscheidet, legt sich damit auch auf eine Kapsellinie fest.

Aluminium oder Kunststoff: was die Kapsel ausmacht

Kapselmaterial beeinflusst Frischeschutz, Preis und Entsorgung:

  • Aluminiumkapseln (etwa Nespresso Original/Vertuo) schützen Aroma und Sauerstoffempfindlichkeit sehr gut, gelten aber als aufwendiger in der Herstellung
  • Kunststoffkapseln (etwa bei vielen kompatiblen Anbietern und Dolce Gusto) sind günstiger, schützen Aroma tendenziell etwas schlechter
  • Recyclingfähigkeit ist in beiden Fällen theoretisch gegeben, in der Praxis aber eingeschränkt: Aluminiumkapseln werden überwiegend nicht zu neuen Kapseln, sondern zu anderen Aluminiumprodukten downgecycelt
  • Ein geschlossener Kapsel-zu-Kapsel-Kreislauf existiert bislang nicht in nennenswertem Umfang
  • Biologisch abbaubare Kunststoffkapseln gehören laut Vorgaben nicht in die Biotonne und lösen das Entsorgungsproblem nicht automatisch

Welches Material im Einzelfall die bessere Ökobilanz hat, hängt stark davon ab, ob die Kapsel tatsächlich über die vorgesehenen Sammelsysteme entsorgt wird.

Kompatible Kapseln und Fremdkapseln

Der ursprüngliche Patentschutz für das Nespresso-System lief 1996 aus. Seitdem drängen zahlreiche Drittanbieter mit kompatiblen Kapseln auf den Markt, die in Original-Maschinen passen sollen. Nestlé versuchte in der Folge, die Kapselform markenrechtlich schützen zu lassen, scheiterte damit aber vor Gerichten in Deutschland und der Schweiz, die den Markenschutz für die Kapselform aufhoben. Rechtlich steht kompatiblen Kapseln damit wenig im Weg. In der Praxis unterscheiden sich Fremdkapseln aber deutlich in Materialstärke, Passgenauigkeit und Kaffeequalität, einzelne Billigprodukte werden mit Verschleiß an Durchstechmechanik oder Dichtungen der Maschine in Verbindung gebracht. Für Vertuo-Maschinen ist das Angebot an Fremdkapseln aufgrund des Barcode-Systems deutlich kleiner als für Original.

Abgrenzung zu Vollautomat und Padmaschine

Die Kapselmaschine unterscheidet sich klar von verwandten Geräten. Der Vollautomat mahlt Bohnen frisch für jede Tasse und steuert Brühgruppe, Wassermenge und teils Milchschaum selbst, bietet dafür aber deutlich mehr Einstellmöglichkeiten und einen höheren Anschaffungspreis. Die Padmaschine arbeitet mit weicheren, papierbasierten Pads statt versiegelter Kapseln und mit geringerem Druck, was zu einem anderen, meist weniger intensiven Ergebnis führt. Die Kapselmaschine liegt technisch und preislich zwischen beiden: einfacher als der Vollautomat, aber mit stärkerem Druckaufbau und dichterer Verpackung als die Padmaschine.

Wie gut ist der Kaffee aus der Kapselmaschine wirklich?

Kapselmaschinen arbeiten meist mit 15 bis 19 bar Druck, damit liegen sie im Bereich klassischer Siebträgermaschinen. Die tatsächliche Brühzeit ist jedoch kürzer, da Wassermenge und Durchlaufzeit von der Maschine fest vorgegeben und nicht manuell justierbar sind. Mahlgrad, Kaffeemenge und Kontaktzeit legt der Hersteller der Kapsel fest, nicht der Nutzer. Das bringt Konsistenz von Tasse zu Tasse, nimmt aber die Kontrolle über Extraktion, die bei einem Siebträger möglich wäre. Für den schnellen Alltagskaffee reicht das oft aus, wer gezielt an Mahlgrad oder Brühverhältnis experimentieren will, ist mit offenen Systemen besser bedient.