Bohne & Anbau

Laurina

Laurina ist eine natürliche Mutation der Bourbon-Kaffeepflanze mit deutlich geringerem Koffeingehalt — typischerweise 0,6 bis 0,8 Prozent statt der üblichen 1,2 bis 1,5 Prozent. Die Bohnen sind klein und oval, der Geschmack ist oft elegant, blumig und sehr fein säurebetont. Wegen ihrer Seltenheit und des aufwendigen Anbaus gehört Laurina zu den gesuchtesten Varietäten im Specialty-Coffee-Bereich.

Auch bekannt als: Bourbon Pointu, Laurina Arabica

Laurina taucht auf Kaffeekarten oft mit dem Hinweis "low caffeine" auf, aber das greift zu kurz. Die Varietät ist viel mehr als eine koffeinärmere Alternative — sie bringt ein Geschmacksprofil mit, das viele andere Varietäten schlicht nicht erreichen. Wer das erste Mal einen gut verarbeiteten Laurina trinkt, ist oft überrascht, wie fein und komplex Kaffee sein kann, ohne dabei laut oder aufdringlich zu sein.

Herkunft und Botanik

Laurina ist keine Züchtung, sondern eine spontane Mutation von Bourbon, die vermutlich auf Réunion — früher Île Bourbon — entstanden ist. Die Pflanze wächst langsamer als konventionelle Varietäten, die Erträge sind niedrig, und sie reagiert empfindlich auf Wärme und Krankheiten. Deshalb wird sie heute vor allem in höheren Lagen auf Réunion, in Brasilien und vereinzelt in anderen Ursprungsländern angebaut — immer in kleinen Mengen, immer mit erhöhtem Aufwand.

  • Botanisch zur Arabica-Art gehörend, Untergruppe Bourbon
  • Koffeingehalt: ca. 0,6–0,8 % (Arabica-Durchschnitt: ca. 1,2–1,5 %)
  • Bohne: klein, spitz zulaufend — daher auch Bezeichnung "Pointu" auf Réunion
  • Geringe Erntemengen machen Laurina zu einem seltenen und teuren Rohkaffee

Geschmack und Zubereitung

Im Cup zeigt Laurina typischerweise eine helle, lebendige Säure — oft werden Noten wie Jasmin, Bergamotte, rote Früchte oder feiner weißer Pfirsich beschrieben. Der Körper ist eher leicht bis mittel, der Abgang lang und sauber. Diese Feinheit macht die Varietät besonders für Filter-Methoden geeignet: Pour-over oder Batch-Brew lassen das Aromaprofil gut zur Geltung kommen. Als Espresso funktioniert Laurina ebenfalls, verlangt aber Fingerspitzengefühl beim Rösten — zu dunkel geröstet gehen die charakteristischen floralen Noten verloren.