Bohne & Anbau
Swiss Water Process
Der Swiss Water Process ist ein chemiefreies Verfahren zur Entkoffeinierung von Rohkaffee, das ausschließlich Wasser, Zeit und Aktivkohlefilter nutzt. Das Koffein wird dabei selektiv entzogen, während der Großteil der Aromastoffe im Bohnen bleibt. Das Ergebnis: entkoffeinierter Kaffee, der tatsächlich noch nach Kaffee schmeckt.
Auch bekannt als: SWP, Schweizer Wasserverfahren
Wenn jemand Entkoffeiniertes bestellt und es trotzdem gut sein soll, kommt der Swiss Water Process ins Spiel. Entwickelt in den 1930er-Jahren in der Schweiz, heute in Kanada industriell genutzt, ist es das einzige weit verbreitete Entkoffeinierungsverfahren ohne Lösungsmittel. Kein Methylenchlorid, kein Ethylacetat — nur Wasser.
Wie der Prozess funktioniert
Grüne Rohkaffeebohnen werden zunächst in heißem Wasser eingeweicht. Dabei lösen sich Koffein und Aromastoffe gemeinsam heraus. Dieses aromenreiche Wasser läuft dann durch Aktivkohlefilter, die nur die Koffeinmoleküle abfangen — sie sind groß genug, um hängen zu bleiben. Was übrig bleibt, nennt sich Green Coffee Extract, kurz GCE: ein Wasser, das mit Aromastoffen gesättigt ist, aber kein Koffein mehr enthält. Neue Rohkaffeebohnen kommen in dieses GCE. Da das Wasser bereits mit Aromastoffen gesättigt ist, wird diesmal fast nur Koffein entzogen. Dieser Kreislauf wiederholt sich über etwa acht bis zehn Stunden, bis mindestens 99,9 % des Koffeins entfernt sind.
Stärken und Schwächen im Vergleich
- Keine Chemikalien — deshalb bio-zertifizierbar und bei Specialty-Röstereien beliebt
- Aromatreue deutlich besser als bei Lösungsmittelverfahren — man schmeckt den Ursprung noch
- Trotzdem gehen beim Prozess feine flüchtige Aromen verloren — ein guter entkoffeinierter Kaffee kommt fast nie ganz an sein koffeiniertes Original heran
- Teurer und aufwendiger als chemische Verfahren — schlägt sich im Preis nieder