Kaffee News
Fairtrade-Kaffee erholt sich: 6 Prozent Marktanteil in Deutschland
Nach einem Rückgang in den Vorjahren hat fair gehandelter Kaffee in Deutschland 2024 wieder die 6-Prozent-Marke erreicht — 27.603 Tonnen, plus 5,5 Prozent gegenüber 2023.
2026-06-13 · 3 Min. Lesezeit

Der Markt für fair gehandelten Kaffee in Deutschland erholt sich. 2024 wurden hierzulande 27.603 Tonnen -zertifizierter Kaffee verkauft — ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt wieder bei 6 Prozent. Das ist keine Kleinigkeit: Nach einem Rückgang auf rund 5,6 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 hat sich der Trend gedreht. Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forum Fairer Handel, kommentierte die Zahlen direkt: „Wir sind endlich wieder bei einem Marktanteil von vollen 6 Prozent." Das Forum Fairer Handel veröffentlicht die Zahlen jährlich und gilt als verlässliche Quelle für den deutschen Markt. Was steckt hinter dem Wachstum? Ein Teil erklärt sich durch veränderte Kaufgewohnheiten. Discounter und Supermarktketten haben ihr Fairtrade-Sortiment in den vergangenen Jahren ausgebaut. Fairtrade-Kaffee ist längst nicht mehr nur in Weltläden zu finden — er steht bei Edeka, Rewe, Aldi und Lidl im Regal. Die Preisdifferenz zum konventionellen Kaffee ist kleiner geworden, und die Zahlungsbereitschaft für zertifizierte Produkte hat zugenommen. Was bedeutet das für die Produzenten? Fairtrade-Zertifizierung garantiert einen Mindestpreis, der über dem Weltmarktpreis liegt. Wenn der -Preis — wie aktuell — fällt, ist das für Fairtrade-Bauern weniger dramatisch als für nicht-zertifizierte Produzenten. Der Mindestpreis schützt vor dem schlimmsten Absturz. Dazu kommt die Fairtrade-Prämie: ein fester Betrag pro Kilo, der an die Kooperative geht und für Investitionen in Infrastruktur, Bildung oder Gesundheitsversorgung genutzt werden kann. Kaffee ist das wichtigste Fairtrade-Produkt auf dem deutschen Markt. Welche Länder am stärksten von den deutschen Abnahmen profitieren, darüber geben die Zahlen des Forum Fairer Handel keinen direkten Aufschluss. Klar ist: Der Großteil des Fairtrade-Kaffees kommt aus Lateinamerika — Peru, Kolumbien und Honduras gehören zu den wichtigsten Lieferländern für den deutschen Markt. Für Verbraucher bleibt die Frage, was Fairtrade wirklich leistet. Die Zertifizierung garantiert Mindestpreise und Prämien, regelt aber nicht alle Aspekte der Lieferkette. Kritiker weisen darauf hin, dass die Prämien nicht immer bei den einzelnen Farmern ankommen, sondern von Kooperativen verwaltet werden — mit unterschiedlicher Transparenz. Das schmälert den Wert der Zertifizierung nicht grundsätzlich, zeigt aber, dass das Siegel kein Allheilmittel ist. Trotzdem: 6 Prozent Marktanteil in einem der größten Kaffeemärkte Europas ist ein Signal. Wer beim Kauf auf das Fairtrade-Siegel achtet, trägt dazu bei, dass dieser Anteil weiter wächst.
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