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Kaffee News

Fairtrade-Kaffee in Deutschland: Nach dem Plus 2024 wieder ein Rückgang

2024 erreichte fair gehandelter Kaffee in Deutschland wieder 6 Prozent Marktanteil. Die im Juli 2026 vorgelegten Zahlen für 2025 zeigen jedoch erneut ein Minus.

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2026-06-13 · 3 Min. Lesezeit

Fairtrade-Kaffee erholt sich: 6 Prozent Marktanteil in DeutschlandKI-generiertes Bild

Der Markt für fair gehandelten Kaffee in Deutschland hat 2024 zugelegt: 27.603 Tonnen Fairtrade-zertifizierter Kaffee wurden verkauft, ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Marktanteil erreichte wieder 6 Prozent. Nach dem Rückgang auf rund 5,6 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 sah das nach einer Trendwende aus.

Die Erholung hielt allerdings nicht an. Am 14. Juli 2026 legte das Forum Fairer Handel unter seiner Vorstandsvorsitzenden Andrea Fütterer die Zahlen für 2025 vor: 26.779 Tonnen fair gehandelter Kaffee, ein Minus von rund 3 Prozent, der Marktanteil rutschte wieder unter die 6-Prozent-Marke. Das Bild ist damit nicht Erholung, sondern Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau. Der Gesamtumsatz des fairen Handels stieg im selben Jahr dennoch auf 2,7 Milliarden Euro; Röstkaffee steht für rund 41 Prozent davon und bleibt das wichtigste Produkt.

Was steckt hinter dem Wachstum? Ein Teil erklärt sich durch veränderte Kaufgewohnheiten. Discounter und Supermarktketten haben ihr Fairtrade-Sortiment in den vergangenen Jahren ausgebaut. Fairtrade-Kaffee ist längst nicht mehr nur in Weltläden zu finden — er steht bei Edeka, Rewe, Aldi und Lidl im Regal. Die Preisdifferenz zum konventionellen Kaffee ist kleiner geworden, und die Zahlungsbereitschaft für zertifizierte Produkte hat zugenommen.

Was bedeutet das für die Produzenten? Fairtrade-Zertifizierung garantiert einen Mindestpreis, der über dem Weltmarktpreis liegt. Wenn der Arabica-Preis fällt, ist das für Fairtrade-Bauern weniger dramatisch als für nicht-zertifizierte Produzenten. Der Mindestpreis schützt vor dem schlimmsten Absturz. Dazu kommt die Fairtrade-Prämie: ein fester Betrag pro Kilo, der an die Kooperative geht und für Investitionen in Infrastruktur, Bildung oder Gesundheitsversorgung genutzt werden kann.

Kaffee ist das wichtigste Fairtrade-Produkt auf dem deutschen Markt. Welche Länder am stärksten von den deutschen Abnahmen profitieren, darüber geben die Zahlen des Forum Fairer Handel keinen direkten Aufschluss. Klar ist: Der Großteil des Fairtrade-Kaffees kommt aus Lateinamerika — Peru, Kolumbien und Honduras gehören zu den wichtigsten Lieferländern für den deutschen Markt.

Für Verbraucher bleibt die Frage, was Fairtrade wirklich leistet. Die Zertifizierung garantiert Mindestpreise und Prämien, regelt aber nicht alle Aspekte der Lieferkette. Kritiker weisen darauf hin, dass die Prämien nicht immer bei den einzelnen Farmern ankommen, sondern von Kooperativen verwaltet werden — mit unterschiedlicher Transparenz. Das schmälert den Wert der Zertifizierung nicht grundsätzlich, zeigt aber, dass das Siegel kein Allheilmittel ist.

Bei rund 6 Prozent Marktanteil in einem der größten Kaffeemärkte Europas bleibt fairer Handel eine Nische mit Gewicht — aber eine, die derzeit nicht wächst.

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