Kaffee News

Smarte Espressomaschinen: Was App-Steuerung heute wirklich kann

La Marzocco hat im November 2025 seinen Maschinen per App-Update zwei Features spendiert, die den Alltag von Heimbaristas spürbar verändern — Smart Scheduling und Local Mode.

Zurück zu den News

2026-06-13 · 4 Min. Lesezeit

Smarte Espressomaschinen: Was App-Steuerung heute wirklich kann

Wer morgens auf seinen ersten wartet, kennt das Problem: Die Maschine braucht 20, 30, manchmal 40 Minuten, bis sie wirklich auf Temperatur ist. Wer das vergisst, trinkt entweder schlechten Kaffee oder wartet länger als nötig. La Marzocco hat dieses Problem im November 2025 per Software gelöst. Mit App-Version 1.5.2 rollte das Florentiner Unternehmen zwei neue Funktionen aus: Smart Scheduling und Local Mode. Smart Scheduling klingt simpel, ist es aber nicht. Die App berechnet die individuelle Aufheizzeit der Maschine und startet den Einschaltvorgang automatisch so, dass die Maschine exakt zum eingestellten Zeitpunkt Betriebstemperatur hat. Kein Aufwärmen auf Vorrat, kein zu früh oder zu spät. Die Maschine ist einfach fertig, wenn man sie braucht. Das Feature ist kompatibel mit der Linea Mini, der Linea Micra und der GS3 — also den drei Modellen, die La Marzocco für den Heimbereich anbietet. Alle drei sind über das eingebaute WLAN-Modul mit der App verbunden. Der zweite neue Modus heißt Local Mode. Er richtet sich an Nutzer, die ihre Maschine auch dann fernsteuern wollen, wenn kein Internetzugang verfügbar ist — also ohne Umweg über einen Cloud-Server. Die Verbindung läuft dann direkt über das lokale Netzwerk. Das ist nicht nur für Datenschutzbewusste interessant, sondern auch für alle, die in Funklöchern wohnen oder schlicht keinen Cloud-Diensten vertrauen. Was bedeutet das für den Alltag? Wer morgens um 7:00 Uhr Kaffee will, stellt das Smart Scheduling auf 6:50 Uhr. Die Maschine berechnet selbst, wann sie einschalten muss — abhängig von Modell und aktueller Umgebungstemperatur. Der Kaffee ist fertig, bevor man überhaupt in der Küche steht. La Marzocco ist nicht das einzige Unternehmen, das Espressomaschinen mit App-Anbindung baut. Der australische Hersteller Decent Espresso geht mit der DE1 noch weiter: Hier lassen sich vollständige Druckprofile programmieren und sekundengenau steuern — Vorinfusion, Druckanstieg, Plateau, Abfall. Das ist weniger Maschine, mehr Labor. Für Enthusiasten genau das Richtige, für Einsteiger eher überwältigend. Die Entwicklung zeigt eine klare Richtung: Smarte Espressomaschinen werden nicht mehr nur für Profis gebaut. App-Steuerung, automatisierte Aufheizphasen und Remote-Diagnose sind auf dem Weg in den Massenmarkt. Wer heute eine neue Maschine kauft und auf WLAN-Konnektivität verzichtet, verzichtet auf Features, die in zwei Jahren Standard sein werden. Für Heimbaristas, die La Marzocco-Maschinen besitzen, ist das Update kostenlos — einfach die App aktualisieren. Für alle anderen lohnt sich beim nächsten Maschinenkauf der Blick auf die Konnektivität. Die Hardware entscheidet nicht mehr allein über den Kaffee.

Begriffe in diesem Artikel

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei die erste Person, die etwas schreibt!

Schreib einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung moderiert.

Weitere News

Passende Artikel

Kaffee und Schlaf: Macht Koffein wirklich wacher?
6 Min.

Kaffee und Schlaf: Macht Koffein wirklich wacher?

Koffein blockiert Müdigkeitssignale im Gehirn, gleicht laut Forschung bei Gewohnheitstrinkern aber oft nur den Entzug aus und stört nachweislich noch Stunden später den Schlaf.