Bohne & Anbau
Anaerobe Fermentation
Bei der anaeroben Fermentation werden Kaffeekirschen oder Bohnen in luftdichten Tanks ohne Sauerstoff vergoren. Dies erzeugt ungewöhnliche Aromen wie tropische Früchte oder Wein und führt zu einem vollen Körper und ausgeprägter Süße. Die Methode ist eine moderne Aufbereitungsart im Specialty Coffee.
Auch bekannt als: Anaerobic Fermentation, Anaerobic Process
Was bedeutet anaerobe Fermentation?
Die anaerobe Fermentation ist ein modernes Verfahren zur Aufbereitung von Kaffeekirschen oder Bohnen. Dabei werden die Kirschen oder entpulpte Bohnen in luftdichte Tanks gefüllt, in denen kein Sauerstoff vorhanden ist. Die natürliche Gärung findet ohne Sauerstoff statt, wobei CO₂ entsteht. Dieses verdrängt den verbleibenden Restsauerstoff und schafft so ein anaerobes Milieu. Die Methode führt zu ungewöhnlichen Aromakomplexen, die an Wein, Spirituosen oder tropische Früchte erinnern können.
Warum ist anaerobe Fermentation wichtig?
Die anaerobe Fermentation ist eine relativ junge Aufbereitungsmethode im Specialty-Coffee-Bereich. Sie ermöglicht die Erzeugung einzigartiger Geschmacksprofile, die sich deutlich von klassischen Aufbereitungsarten unterscheiden. Für Kaffeeliebhaber, die nach neuen Geschmackserlebnissen suchen, bietet diese Methode spannende Möglichkeiten. Gleichzeitig ist sie umstritten, da sie den natürlichen Herkunftsgeschmack überdecken kann. Die Methode wird oft in Kombination mit anderen Aufbereitungsarten wie der Nassaufbereitung oder Trockenaufbereitung eingesetzt.
Wie funktioniert die anaerobe Fermentation?
Bei der anaeroben Fermentation werden ganze Kaffeekirschen oder bereits entpulpte Bohnen in luftdichte Tanks gefüllt. Die Fermentation beginnt, sobald die Kirschen oder Bohnen im Tank sind. Durch die Gärung entsteht CO₂, das den Sauerstoff im Tank verdrängt. Dadurch entsteht ein anaerobes Milieu, in dem andere Mikroorganismen und Bakterien aktiv werden als bei der klassischen Fermentation. Diese produzieren Milchsäure und Esterverbindungen, die für die typischen Aromen verantwortlich sind.
Welche Aromen entstehen bei der anaeroben Fermentation?
Die Aromen von anaerob fermentierten Kaffees sind oft intensiv und ungewöhnlich. Typische Noten sind tropische Früchte wie Passionsfrucht oder Ananas, aber auch Wein, Kirsche oder Rum können hervortreten. Die Säure ist meist niedrig bis mittel, während Süße und Körper oft ausgeprägt sind. Die Aromen können polarisieren: Einige schätzen die Einzigartigkeit, andere empfinden sie als zu konstruiert oder übertrieben. Die Intensität der Aromen hängt stark von der Dauer der Fermentation und den verwendeten Mikroorganismen ab.
Wie unterscheidet sich anaerobe Fermentation von anderen Aufbereitungsmethoden?
Im Gegensatz zur klassischen Nassaufbereitung, bei der die Bohnen offen fermentieren und Sauerstoff vorhanden ist, findet die anaerobe Fermentation ohne Sauerstoff statt. Dies führt zu anderen Mikroorganismen und Gärungsprozessen. Auch die Trockenaufbereitung, bei der die Kirschen in der Sonne getrocknet werden, unterscheidet sich deutlich. Die anaerobe Fermentation ermöglicht eine präzisere Kontrolle über den Gärungsprozess und führt zu spezifischen Aromen, die mit anderen Methoden nicht erreicht werden können.
Für wen eignet sich anaerob fermentierter Kaffee?
Anaerob fermentierter Kaffee eignet sich besonders für Kaffeeliebhaber, die nach neuen Geschmackserlebnissen suchen und experimentierfreudig sind. Die Methode ist nichts für Puristen, die den klassischen Kaffeegeschmack bevorzugen. Wer ungewöhnliche Aromen wie tropische Früchte oder Wein mag, wird anaerob fermentierten Kaffee schätzen. Gleichzeitig sollte man bedenken, dass die Methode den Herkunftsgeschmack überdecken kann. Die Wahl hängt also von den persönlichen Vorlieben und der Bereitschaft ab, neue Geschmacksrichtungen zu entdecken.
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