Bohne & Anbau
Honey Process
Beim Honey Process wird die äußere Fruchtschale der Kaffeekirsche entfernt, während ein Teil des klebrigen Fruchtfleisches (Mucilage) an der Bohne haftet und während der Trocknung fermentiert. Das Ergebnis liegt geschmacklich zwischen Natural- und Washed-Process-Kaffee.
Auch bekannt als: Honey-Aufbereitung, Pulped Natural, Semi-Washed
Was bedeutet Honey Process?
Beim Honey Process wird die äußere Fruchtschale der Kaffeekirsche maschinell entfernt. Im Gegensatz zum Washed Process bleibt jedoch ein Teil des klebrigen Fruchtfleisches, die sogenannte Mucilage, an der Bohne haften. Diese zuckerhaltige Schicht fermentiert während der Trocknung und verleiht dem Kaffee besondere Aromen. Der Name leitet sich von der honigartigen Konsistenz der Mucilage ab, nicht von einer Beimischung von Honig.
Die Trocknung erfolgt auf speziellen Flächen oder in Trockenräumen. Je nach Menge der verbleibenden Mucilage werden drei Haupttypen unterschieden: Yellow, Red und Black Honey. Diese Typen unterscheiden sich in Geschmacksprofil, Trocknungsdauer und Komplexität.
Welche Honey-Typen gibt es?
Die Honey-Typen werden nach der Menge der verbleibenden Mucilage und der Farbe der Bohnen während der Trocknung klassifiziert. Die Farbe bezieht sich auf die Oberfläche der Bohne und nicht auf den Geschmack.
- Yellow Honey: Hier bleibt wenig Mucilage an der Bohne. Die Trocknung erfolgt schneller, oft innerhalb weniger Tage. Das Ergebnis ähnelt einem Washed Process, hat aber etwas mehr Körper und eine leichte Süße.
- Red Honey: Etwas mehr Mucilage bleibt erhalten. Die Trocknung dauert bis zu zwei Wochen. Der Kaffee entwickelt mehr Süße und fruchtige Noten, bleibt aber ausgewogen.
- Black Honey: Die maximale Menge Mucilage bleibt an der Bohne. Die Trocknung kann bis zu 30 Tage dauern. Das Ergebnis ist intensiv fruchtig und komplex, ähnlich einem Natural Process, aber mit mehr Struktur.
Warum ist der Honey Process aufwendig?
Der Honey Process erfordert besondere Sorgfalt, da die klebrige Mucilage schnell fermentiert und Schimmel begünstigen kann. Während der Trocknung müssen die Bohnen mehrmals täglich gewendet werden, um eine gleichmäßige Trocknung zu gewährleisten und Fehlfermentation zu vermeiden.
Die kontrollierte Fermentation ist entscheidend für das Endergebnis. Falsche Bedingungen können zu unangenehmen Fehlaromen führen, während die richtige Fermentation die typischen fruchtigen und vollmundigen Noten des Honey Process hervorbringt. Diese Komplexität macht den Honey Process zu einer anspruchsvollen, aber lohnenden Aufbereitungsmethode.
Wo wird der Honey Process eingesetzt?
Der Honey Process stammt ursprünglich aus Costa Rica, wo er in den 1990er Jahren entwickelt wurde. Heute wird er in vielen Ländern Mittelamerikas wie Guatemala, Honduras und El Salvador angewandt. Auch in Südamerika, Afrika und Asien wird die Methode zunehmend genutzt, insbesondere für Specialty Coffee.
Besonders in höheren Lagen mit kühleren Temperaturen und längerer Trocknungszeit entstehen komplexe und hochwertige Honey-Process-Kaffees. Diese gelten als besonders aufregend und sind bei Kaffeeliebhabern sehr gefragt.
Wie schmeckt Honey Process im Vergleich zu anderen Aufbereitungen?
Honey Process-Kaffees liegen geschmacklich zwischen Natural- und Washed-Process-Kaffee. Im Vergleich zum Washed Process sind sie fruchtiger und süßer, haben aber mehr Körper und Struktur. Im Vergleich zum Natural Process sind sie ausgewogener und weniger fermentiert.
Die Geschmacksnoten reichen von hellen, zitrusartigen Aromen bei Yellow Honey über mittlere Fruchtnoten wie Beeren oder Karamell bei Red Honey bis hin zu intensiven, tropischen oder sogar weinartigen Noten bei Black Honey. Die Säure ist meist weicher als beim Natural Process, aber prägnanter als beim Washed Process.
Welche Vorteile hat der Honey Process?
Der Honey Process ermöglicht eine ausgewogene Balance zwischen Fruchtigkeit und Säure. Im Vergleich zum Natural Process ist er weniger fermentiert und daher weniger riskant für Fehlaromen. Gleichzeitig bietet er mehr Komplexität als der Washed Process.
Für Produzenten kann der Honey Process wirtschaftlich attraktiv sein, da er weniger Wasser verbraucht als der Washed Process. Zudem ermöglicht er die Erschließung neuer Geschmacksprofile, die bei anderen Aufbereitungsmethoden nicht entstehen würden. Für Konsumenten bietet er eine spannende Alternative zu klassischen Kaffeeprofilen.
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