Geschmack & Sensorik

Extraktion

Extraktion ist der Prozess, bei dem heißes Wasser lösliche Bestandteile wie Säuren, Aromen, Öle und Bitterstoffe aus gemahlenem Kaffee löst. Das Ergebnis beeinflusst Geschmack, Körper und Balance des Kaffees entscheidend.

Auch bekannt als: Überextraktion, Unterextraktion, extrahieren

Was bedeutet Extraktion im Kaffee?

Extraktion beschreibt den Vorgang, bei dem heißes Wasser lösliche Stoffe aus dem Kaffeemehl löst. Dazu gehören Säuren, Koffein, Zucker, Öle, Bitterstoffe und Aromaverbindungen. Die Reihenfolge der Extraktion folgt einer bestimmten Logik: Zuerst lösen sich leicht wasserlösliche Verbindungen wie Fruchtsäuren und Koffein. Anschließend folgen Zucker und leichte Aromen. Bei längerer Kontaktzeit kommen Bitterstoffe und adstringierende Polyphenole hinzu. Das Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis dieser Komponenten.

Warum ist die Extraktion wichtig?

Die Extraktion bestimmt maßgeblich den Geschmack des Kaffees. Eine zu kurze Extraktion führt zu einem sauren, dünnen und flachen Kaffee, da nicht genug Aromen gelöst werden. Eine zu lange Extraktion hingegen ergibt einen bitteren, adstringierenden und trockenen Kaffee, da zu viele Bitterstoffe und Polyphenole in das Wasser übergehen. Der optimale Extraktionsgrad liegt zwischen diesen Extremen und sorgt für eine harmonische Balance aus Säure, Süße und Bitterkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Unter- und Überextraktion?

Unterextraktion entsteht, wenn zu wenig lösliche Stoffe aus dem Kaffeemehl gelöst werden. Der Kaffee schmeckt sauer, dünn und leer, da Fruchtsäuren und leichte Aromen dominieren. Überextraktion hingegen bedeutet, dass zu viele Bitterstoffe und Polyphenole gelöst werden. Der Kaffee wirkt bitter, adstringierend und trocken, da die Bitterstoffe überwiegen. Beide Extreme führen zu einem unausgewogenen Geschmacksprofil.

Welche Faktoren beeinflussen die Extraktion?

Mehrere Variablen steuern die Extraktion. Der Mahlgrad ist die wichtigste Stellschraube: Ein feinerer Mahlgrad erhöht die Oberfläche des Kaffeemehls und beschleunigt die Extraktion. Die Wassertemperatur, Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffee sowie der Druck beeinflussen ebenfalls das Ergebnis. Auch das Verhältnis von Kaffeemehl zu Wasser, die sogenannte Brew Ratio, spielt eine Rolle. Ein gleichmäßiger Mahlgrad ohne Bimodal Distribution ist essenziell, um eine gleichmäßige Extraktion zu gewährleisten.

Welche Probleme können bei der Extraktion auftreten?

Channeling ist ein häufiges Problem, besonders bei Espresso. Dabei fließt das Wasser durch den Kaffeepuck und findet einen Weg des geringsten Widerstands. Das führt zu einer ungleichmäßigen Extraktion, bei der einige Bereiche über- und andere unterextrahiert werden. Das Ergebnis ist ein Kaffee mit bitter-saurem Profil. Ein weiterer Faktor ist eine ungleichmäßige Mahlung, die gleichzeitig Unter- und Überextraktion im selben Kaffee verursacht. Beide Probleme lassen sich durch einen hochwertigen Grinder und eine gleichmäßige Verteilung des Kaffeemehls vermeiden.

Wie findet man den optimalen Extraktionsgrad?

Der optimale Extraktionsgrad liegt im sogenannten Extraktionsfenster. Der SCA Gold Cup Standard empfiehlt eine Extraktionsausbeute von 18 bis 22 Prozent. Um dieses Fenster zu treffen, muss der sogenannte Dial-in-Prozess durchgeführt werden. Dabei werden Mahlgrad, Wassertemperatur, Kontaktzeit und Brew Ratio schrittweise angepasst, bis der gewünschte Geschmack erreicht ist. Ein guter Grinder, der gleichmäßige Partikelgrößen produziert, ist die Grundlage für eine präzise Extraktion.

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