Bohne & Anbau
Decaf
Decaf bezeichnet Kaffee, dem der überwiegende Teil des Koffeins entzogen wurde. Nach EU-Recht muss entkoffeinierter Kaffee mindestens 99,9 % des Koffeins verloren haben, sodass in einer Tasse typischerweise nur noch 2–5 mg Koffein enthalten sind.
Auch bekannt als: Entkoffeinierter Kaffee, Koffeinfreier Kaffee, Decaffeinated Coffee
Was bedeutet Decaf?
Decaf ist die Kurzform für entkoffeinierten Kaffee. Dabei wird der überwiegende Teil des Koffeins aus den Kaffeebohnen entfernt, sodass nur noch ein minimaler Rest übrig bleibt. Nach EU-Recht muss entkoffeinierter Kaffee mindestens 99,9 % des Koffeins verloren haben. Die erlaubte Restmenge liegt bei maximal 0,1 % in der Trockenmasse. Das bedeutet: In einer Tasse Decaf stecken typischerweise noch 2–5 mg Koffein statt der üblichen 60–120 mg bei normalem Kaffee.
Warum ist Decaf wichtig?
Decaf bietet eine Möglichkeit, Kaffee auch ohne die anregende Wirkung des Koffeins zu genießen. Das ist besonders für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Schwangere oder Personen mit Schlafproblemen relevant. Moderne Entkoffeinierungsverfahren erhalten dabei zunehmend die Aromen des Kaffees, sodass der Geschmack kaum noch von normalem Kaffee zu unterscheiden ist. Decaf ermöglicht es, die Rituale und den Genuss von Kaffee auch ohne Koffein zu erleben.
Wie wird Koffein aus Kaffee entfernt?
Es gibt vier gängige Verfahren zur Entkoffeinierung, die sich in Aufwand, Kosten und Geschmacksbeeinflussung unterscheiden:
- Swiss Water Process: Dieses Verfahren arbeitet ohne Chemikalien und nutzt nur Wasser und einen Aktivkohlefilter. Es gilt als besonders aromaschonend und ist bio-zertifizierbar.
- CO₂-Verfahren (überkritisches CO₂): Hier wird das Koffein mit überkritischem Kohlendioxid selektiv aus den Bohnen gelöst. Es ist aufwändig, aber sehr aromaschonend und wird oft für Premiumkaffees verwendet.
- Lösungsmittelverfahren: Dabei kommen Chemikalien wie Methylenchlorid oder Ethylacetat zum Einsatz. Diese Verfahren sind verbreitet und günstig, wobei Rückstände nach der Röstung nicht mehr nachweisbar sind. Allerdings sind sie bei manchen Verbrauchern weniger beliebt.
- Direktes Dampfverfahren: Hier wird der Rohkaffee mit Dampf behandelt, bevor das Koffein mit einem Lösungsmittel entfernt wird. Dieses Verfahren ist in günstigeren Segmenten verbreitet.
Schmeckt Decaf schlechter als normaler Kaffee?
Früher war entkoffeinierter Kaffee oft mit einem papierartigen oder flachen Geschmack verbunden, der auf günstige Entkoffeinierungsverfahren zurückging. Moderne Methoden wie der Swiss Water Process oder das CO₂-Verfahren liefern heute Decaf-Kaffees, die auch im direkten Vergleich überzeugen können. Specialty Decaf aus kleinen Röstereien hat in den letzten Jahren einen enormen Qualitätssprung gemacht und kann geschmacklich mit hochwertigem Kaffee mithalten.
Hat Decaf gar kein Koffein?
Nein, Decaf enthält zwar nur sehr wenig Koffein, aber nicht gar keins. Je nach Verfahren und Kaffee sind noch 2–10 mg Koffein pro Tasse enthalten. Wer komplett koffeinfrei trinken muss, sollte dies berücksichtigen und gegebenenfalls auf spezielle koffeinfreie Alternativen ausweichen.
Welches Entkoffeinierungsverfahren ist am besten?
Der Swiss Water Process und das CO₂-Verfahren gelten als die aromaschonendsten Methoden zur Entkoffeinierung. Beide Verfahren kommen ohne aggressive Chemikalien aus und erhalten die Aromen des Kaffees besonders gut. Der Swiss Water Process ist zudem bio-zertifizierbar und eignet sich daher besonders für Bio-Kaffee. Das CO₂-Verfahren wird häufig für Premiumkaffees verwendet, ist aber aufwändiger und teurer.