Bohne & Anbau

Green Coffee

Grünkaffee bezeichnet die ungerösteten Kaffeebohnen nach der Ernte und Aufbereitung, aber vor dem Röstvorgang. Diese Bohnen sind hart, hell und riechen grasig-erdig. Ihre Qualität legt den Grundstein für das spätere Aroma des gerösteten Kaffees.

Auch bekannt als: Rohkaffee, Grünkaffee, Ungerösteter Kaffee

Was ist Green Coffee?

Green Coffee bezeichnet die ungerösteten Kaffeebohnen, die nach der Ernte und Aufbereitung vorliegen, aber noch nicht geröstet wurden. Diese Bohnen sind hart, hell gefärbt und besitzen einen grasig-erdigen Geruch. Im Gegensatz zu geröstetem Kaffee enthalten sie noch alle Aromavorläufer, die erst durch den Röstvorgang durch chemische Reaktionen wie die Maillard-Reaktion und Karamellisierung zu den typischen Kaffeearomen entwickelt werden.

Green Coffee entsteht aus den Kernen der Kaffeekirschen. Nach der Ernte wird das Fruchtfleisch entfernt, wobei verschiedene Aufbereitungsmethoden wie Natural, Honey oder Washed zum Einsatz kommen. Anschließend werden die Bohnen getrocknet, sortiert und auf Fehler wie Defekte oder Fremdkörper geprüft. Der Export erfolgt meist in Jutesäcken oder speziellen GrainPro-Säcken, wobei die Bohnen eine Restfeuchte von etwa 10 bis 12 % aufweisen.

Warum ist Green Coffee wichtig?

Die Qualität des Green Coffee ist entscheidend für das spätere Geschmackserlebnis des gerösteten Kaffees. Schlechte Bohnen können durch noch so optimale Röstverfahren nicht verbessert werden. Die im Green Coffee enthaltenen Aromavorläufer bestimmen das Potenzial des Kaffees und setzen die Obergrenze für Aroma, Säure und Körper. Daher ist die Auswahl hochwertiger Rohbohnen der erste und wichtigste Schritt für guten Kaffee.

Ein weiterer Vorteil von Green Coffee ist seine längere Haltbarkeit im Vergleich zu geröstetem Kaffee. Richtig gelagert – trocken, dunkel, kühl und luftdicht – bleibt er 1 bis 2 Jahre genießbar. In den ersten 6 bis 12 Monaten nach der Ernte ist die Qualität am höchsten, danach nimmt die Lebendigkeit der Aromen allmählich ab.

Wie wird Green Coffee hergestellt?

Die Herstellung von Green Coffee beginnt mit der Ernte der Kaffeekirschen. Diese werden entweder per Hand oder maschinell geerntet. Anschließend folgt die Aufbereitung, bei der das Fruchtfleisch entfernt wird. Es gibt drei Hauptmethoden:

  • Natural: Die Kirschen werden vollständig getrocknet, bevor das Fruchtfleisch entfernt wird. Dies führt zu einem süßeren, fruchtigeren Geschmacksprofil.
  • Honey: Ein Teil des Fruchtfleischs bleibt an der Bohne haften, was zu einem ausgewogeneren Geschmack führt.
  • Washed: Das Fruchtfleisch wird vollständig entfernt, bevor die Bohnen getrocknet werden. Dies ergibt einen sauberen, klaren Geschmack.

Nach der Trocknung werden die Bohnen sortiert, auf Defekte geprüft und für den Export vorbereitet. Die Restfeuchte liegt bei etwa 10 bis 12 %, um eine stabile Lagerung zu gewährleisten.

Wie wird Green Coffee gehandelt?

Der Handel mit Green Coffee erfolgt meist über Börsen wie die ICE-Börse in New York, wo der sogenannte C-Preis als Basis dient. Dieser Preis spiegelt die Marktlage für Standardkaffee wider. Specialty Coffee, also hochwertige, spezielle Sorten, wird zu höheren Preisen gehandelt, die sich nach Qualität, Herkunft und Nachfrage richten.

Green Coffee wird in Säcken verpackt, wobei Jutesäcke oder spezielle GrainPro-Säcke verwendet werden, um Feuchtigkeit und Schädlinge fernzuhalten. Der Export erfolgt aus Anbauländern wie Brasilien, Kolumbien, Äthiopien oder Vietnam in die wichtigsten Verbraucherländer wie die USA, Deutschland oder Japan. Die Lagerung sollte trocken, dunkel und kühl erfolgen, um die Qualität zu erhalten.

Kann man Green Coffee zu Hause rösten?

Ja, Green Coffee kann auch zu Hause geröstet werden. Dafür eignen sich einfache Methoden wie eine Pfanne, eine Popcornmaschine oder spezielle Heimröster. Das Ergebnis hängt stark von der Methode und Erfahrung ab, aber Heimrösten bietet die Möglichkeit, frische, individuelle Röstungen auszuprobieren und spezielle Kaffeesorten zu erkunden.

Wichtig ist, die Bohnen gleichmäßig zu erhitzen und regelmäßig zu wenden, um ein gleichmäßiges Röstergebnis zu erzielen. Anfänger sollten mit kleinen Mengen beginnen und die Röstzeit langsam steigern. Heimgerösteter Kaffee hat den Vorteil, dass er besonders frisch ist und individuelle Aromen entfaltet, die im Handel oft nicht zu finden sind.

Wie lagert man Green Coffee richtig?

Green Coffee sollte trocken, dunkel, kühl und luftdicht gelagert werden, um die Qualität zu erhalten. Ideal sind verschließbare Behälter aus Metall oder Kunststoff, die vor Feuchtigkeit und Sauerstoff schützen. Jutesäcke oder GrainPro-Säcke bieten zwar einen gewissen Schutz, sind aber nicht luftdicht und sollten daher in einem zusätzlichen Behälter aufbewahrt werden.

Die Haltbarkeit beträgt bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. In den ersten 6 bis 12 Monaten nach der Ernte ist die Qualität am besten. Danach verlieren die Bohnen langsam an Lebendigkeit, bleiben aber weiterhin trinkbar. Direkte Sonneneinstrahlung, hohe Temperaturen und Feuchtigkeit sollten vermieden werden, um Schimmel oder Qualitätsverlust zu verhindern.