Bohne & Anbau

Catimor

Catimor ist eine Kreuzung aus Caturra und dem Timor-Hybrid — gezüchtet, um Kaffeerost zu widerstehen. Sie verbindet die Robustheit von Robusta-Genen mit Arabica-Qualität. Praktisch für Bauern in Rostgebieten, geschmacklich aber oft weniger fein als reine Arabica-Sorten. Ein Kompromiss zwischen Ertragssicherheit und Tassenqualität.

Auch bekannt als: Catimor-Varietät

Catimor ist eine der wichtigsten und umstrittensten Varietäten im modernen Kaffeeanbau. Entstanden als Kreuzung aus Caturra und dem Timor-Hybrid, wurde sie gezielt entwickelt, um eine Frage zu beantworten: Wie retten wir Kaffeebauern vor dem Kaffeerost?

Die Krankheit dahinter

Kaffeerost — Hemileia vastatrix — hat im 19. Jahrhundert die gesamte Kaffeeproduktion Ceylons vernichtet. Das Land wurde danach zur Teenation. Der Pilz befällt die Blätter, verhindert Photosynthese und tötet die Pflanze langsam. In Lateinamerika hat er in den 2000er und 2010er Jahren wiederholt ganze Ernten zerstört. Arabica ist von Natur aus anfällig — Robusta nicht. Genau hier kommt Catimor ins Spiel.

Wie Catimor entstand

Der Timor-Hybrid ist eine natürliche Kreuzung, die in den 1920ern auf Timor entdeckt wurde — Arabica traf dort auf Robusta und brachte eine Pflanze hervor, die Kaffeerost widersteht. Aus dieser Kreuzung und Caturra wurde in den 1950er Jahren in Portugal Catimor gezüchtet. Das Ergebnis: robust, ertragreich, widerstandsfähig gegen Rost. Und geschmacklich ein Kompromiss.

Das Qualitätsproblem

Durch die Robusta-Gene bringt Catimor manchmal einen ruppigen, erdigen oder kräuterigen Unterton mit, der in feinen Cupping-Runden sofort auffällt. Viele Röster arbeiten bewusst nicht damit, weil das Qualitätspotenzial für Specialty-Standards begrenzt ist. Gut angebaute, sorgfältig aufbereitete Catimor-Lots aus Honduras oder Costa Rica können trotzdem überraschen — der Unterschied liegt in Höhe, Aufbereitung und Erntezeitpunkt.

Warum sie trotzdem wichtig ist

Für Bauern in Rost-gefährdeten Regionen ist Catimor oft keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Ohne resistente Varietäten wären ganze Anbaugebiete verloren. Das ist der Grund, warum Catimor und ihre Nachfolger — wie Castillo in Kolumbien — trotz aller Kritik an Bedeutung gewonnen haben.