Zum Inhalt springen

Kaffee News

Cold Brew: Warum der Trend nicht aufhört

Cold Brew wächst laut Marktprognosen in Nordamerika mit rund 19 Prozent im Jahr, in Europa zieht der RTD-Markt mit etwa 7 Prozent nach. Was hinter dem Dauerboom steckt.

Zurück zu den News

2026-06-13 · 3 Min. Lesezeit

Cold Brew: Warum der Trend nicht aufhörtKI-generiertes Bild

Jedes Jahr dasselbe: Sobald die Temperaturen steigen, füllen sich die Kühlregale mit Cold Brew. Was vor einigen Jahren noch eine Nische war, ist heute fester Bestandteil des Kaffeesortiments — im Supermarkt, im Café, im Fitnessstudio. Der Markt wächst, und er wächst schnell.

Für Nordamerika beziffert Grand View Research das jährliche Wachstum des Cold-Brew-Segments auf rund 19 Prozent für den Zeitraum bis 2030. Andere Häuser rechnen deutlich vorsichtiger: Market Research Future kommt für den globalen Markt auf knapp 12 Prozent. Die Spanne ist also groß, und alle Werte sind Prognosen, keine gemessenen Umsätze. Gemeinsam ist ihnen die Richtung: Das Segment wächst schneller als der Kaffeemarkt insgesamt.

In Europa ist das Tempo etwas gedämpfter, aber stabil. Für den europäischen Markt für Ready-to-Drink-Kaffee (RTD), zu dem Cold Brew gehört, wird ein jährliches Wachstum von rund 7 Prozent bis 2034 prognostiziert. Deutschlandspezifische Zahlen liegen nicht verlässlich vor, aber die Entwicklung in den Cafés und im Handel ist sichtbar: Mehr Produkte, mehr Sorten, mehr Preispunkte.

Warum wächst der Markt so kontinuierlich? Drei Gründe spielen zusammen. Erstens: der Geschmack. Cold Brew wird über viele Stunden kalt extrahiert, was den Säuregehalt senkt und einen milden, leicht süßlichen Kaffee ergibt — ohne Bitterkeit. Das spricht Menschen an, die heißen Kaffee als zu scharf empfinden. Zweitens: die Convenience. Eine Flasche Cold Brew aus dem Kühlschrank, fertig. Kein Aufbrühen, kein Warten, kein Equipment. Drittens: die Ästhetik. Cold Brew ist fotogen, passt zur Fitness-Kultur und lässt sich gut mit Milchalternativen kombinieren.

Für Heimbrauer ist Cold Brew denkbar einfach herzustellen. Grob gemahlener Kaffee, kaltes Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, abfiltern — fertig. Das Verhältnis liegt meist bei 1:8 bis 1:10 (Kaffee zu Wasser). Wer es konzentrierter mag, geht auf 1:5 und verdünnt beim Trinken nach Geschmack. Gekühlt und gut verschlossen hält sich selbst angesetzter Cold Brew im Kühlschrank einige Tage; wie bei allen frisch zubereiteten Getränken gilt: kühl lagern und im Zweifel vorher probieren.

Der Unterschied zwischen Cold Brew und Eiskaffee ist wichtig: Eiskaffee ist in der Regel heißer Kaffee, der über Eis gegossen wird. Die schnelle Abkühlung verändert das Aroma kaum. Cold Brew entsteht von Anfang an bei niedrigen Temperaturen — das ergibt ein fundamental anderes Geschmacksprofil. Weniger Säure, andere Aromastoffe, weicherer Körper.

Welche Bohnen eignen sich? Helle Röstungen bringen Fruchtigkeit und Komplexität, dunkle geben mehr Körper und Schokoladenaromen. Für den Einstieg empfehlen sich mittelgeröstete Bohnen aus Lateinamerika — sie sind tolerant gegenüber langen Extraktionszeiten und liefern zuverlässig ein angenehmes Ergebnis.

Der Trend geht weiter. Und wer noch keinen Cold Brew selbst gemacht hat, hat den einfachsten Einstieg in die Kaffeezubereitung noch vor sich.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei die erste Person, die etwas schreibt!

Schreib einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung moderiert.

Weitere News

Passende Artikel