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Feinschmecker-Ranking 2025: Was Deutschlands Rösterszene ausmacht

Der Feinschmecker hat 2025 in jedem Bundesland einen Rösterei-Sieger gekürt. Was das Ranking zeigt: Die Specialty-Coffee-Szene in Deutschland ist breit aufgestellt — und keineswegs auf Berlin oder Hamburg beschränkt.

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2026-06-13 · 4 Min. Lesezeit

Deutschlands beste Röstereien: Was die Szene 2025 ausmachtKI-generiertes Bild

Specialty Coffee ist kein Großstadtphänomen mehr. Das zeigt der Rösterei-Guide des Feinschmecker-Magazins, der für 2025 in allen sechzehn Bundesländern jeweils einen regionalen Sieger benannt hat. Der Guide umfasst rund 500 Cafés und Röstereien und wurde von der Redaktion zusammengestellt; er erschien bereits Ende 2024 und ist bis heute die jüngste Ausgabe.

Zu den Landessiegern gehören der Kaffeesack aus Achern in Baden-Württemberg, die Murnauer Rösterei aus Murnau am Staffelsee in Bayern und roestbar aus Nordrhein-Westfalen. Damit sind drei der bevölkerungsreichsten Bundesländer durch Röstereien vertreten, die nicht in den Landeshauptstädten sitzen — ein Signal dafür, dass die Szene dezentraler geworden ist.

Was macht eine Specialty-Coffee-Rösterei aus? Die Bezeichnung ist nicht geschützt, aber es gibt klare Merkmale. Specialty-Röster kaufen Rohkaffee mit hohen Qualitätsbewertungen ein — in der Branche gilt traditionell die Marke von 80 Punkten auf der Bewertungsskala der Specialty Coffee Association als Schwelle. Sie arbeiten oft mit direkten Handelsbeziehungen zu den Farmen, kennen Herkunft, Erntejahr und Aufbereitungsmethode ihrer Bohnen genau. Geröstet wird schonend, in kleineren Mengen, mit dem Ziel, die ursprünglichen Aromen der Bohne herauszuarbeiten — nicht zu überdecken.

Das Ergebnis schmeckt anders als Industriekaffee. Helle Röstungen können nach Beere, Pfirsich oder Zitrus riechen. Mittlere Röstungen bringen Schokolade, Nuss oder Karamell. Wer zum ersten Mal einen gut zubereiteten Filter aus einer hellen Specialty-Bohne trinkt, ist manchmal überrascht, wie wenig das nach dem gewohnten Kaffeegeschmack schmeckt.

Die Szene in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren gewachsen. Berlin hat früh eine lebhafte Specialty-Szene entwickelt — mit Röstereien wie The Barn, Five Elephant oder Bonanza, die auch international bekannt sind. Hamburg, München und Köln haben nachgezogen. Weil der Guide je Bundesland einen Sieger benennt, tauchen dort auch Röstereien aus kleineren Ländern und abseits der großen Zentren auf.

Für Einsteiger kann die Welt der Specialty-Röstereien zunächst überwältigend wirken. Viele Röstereien verkaufen ihren Kaffee direkt über eigene Onlineshops und bieten Probierboxen an. Ein sinnvoller Einstieg: einen Filterkaffee bestellen, einfach aufbrühen und die Aromen ohne Erwartungen auf sich wirken lassen. Wer dann mehr wissen will, findet bei den meisten Röstereien ausführliche Angaben zu Herkunft, Aufbereitung und Geschmacksprofil.

Was 2026 kommt, ist schwer vorherzusagen. Die Branche rechnet mit weiterem Wachstum. Die offene Frage ist, ob Specialty Coffee seinen Charakter behält, wenn er breiter wird.

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